BioComm Community Network · openmyconet.de
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the Forest
Ein Citizen-Science-Projekt im Aufbau: ein weltweit vernetzbares System zur Erfassung elektrischer Aktivität in Mykorrhiza- und Pilznetzwerken. Die Aktivität ist messbar — die Frage ist, was ihre Muster bedeuten.
Unter unseren Füßen bilden Pilze weitreichende Netzwerke und interagieren mit Pflanzen, Mikroorganismen und ihrer Umwelt — Mykorrhiza-Verbindungen begleiten Landpflanzen seit Hunderten Millionen Jahren und spielen eine wichtige Rolle beim Nährstoffaustausch und in Ökosystemprozessen. Pilze zeigen dabei auch messbare elektrische Aktivität, deren Bedeutung noch weitgehend offen ist: Was stellen diese Muster dar, wie verändern sie sich unter unterschiedlichen Bedingungen, und lassen sie sich bestimmten biologischen Prozessen zuordnen?
Hier setzt OpenMycoNet an — nicht mit einer Annahme, sondern mit einer Methode: Wir erfassen die elektrische Aktivität unter vielen verschiedenen realen Bedingungen, dokumentieren ihren Umweltkontext und vergleichen sie über Standorte, Substrate und Jahreszeiten hinweg. Diese Breite kann kaum ein einzelnes Labor liefern — ein verteiltes Citizen-Science-Netzwerk kann dabei helfen, sie zu schaffen.
Wissenschaftliche Grundlagen vertiefen →BioComm wird als technische Plattform für standardisierte Messung, kontextbezogene Erfassung und kontrollierte experimentelle Stimulation entwickelt.
Wie BioComm funktioniert →Mögliche Forschungsrichtungen
Was könnten diese Messungen eines Tages zeigen? Die folgenden Punkte sind Forschungsrichtungen, keine gesicherten Ergebnisse — ob und wie weit sie tragen, hängt davon ab, welche reproduzierbaren Muster sich tatsächlich in den Daten finden.
Präzisionslandwirtschaft
Könnten wiederkehrende elektrische Muster mit Trockenstress, Nährstoffverfügbarkeit oder anderen Veränderungen im System Pflanze–Pilz–Boden zusammenhängen? Lassen sich belastbare Zusammenhänge nachweisen, könnten bioelektrische Messungen bestehende landwirtschaftliche Monitoring-Methoden eines Tages ergänzen und helfen, Veränderungen früher zu erkennen.
Erst das Muster finden. Dann prüfen, was es bedeutet.
Waldschutz
Könnten Veränderungen in der elektrischen Aktivität von Pilzen oder Mykorrhiza-Netzwerken zusätzliche Informationen über sich verändernde Umweltbedingungen in Wäldern liefern? Langzeitmessungen an verschiedenen Standorten könnten helfen zu klären, ob reproduzierbare Zusammenhänge zwischen elektrischen Mustern und Faktoren wie Trockenheit, Temperatur oder Störung bestehen.
Ein mögliches zusätzliches Signal aus einem Ökosystem, das wir bislang meist von außen beobachten.
Bodenregeneration
BioComm kann Pilznetzwerke nicht nur messen, sondern auch gezielt elektrisch oder optisch stimulieren und die Reaktion messen — ob und wie das wirkt, ist offen.
Kein angenommener Dialog mit dem Boden — eine experimentell überprüfbare Interaktion.
Klima- und Bodenprozesse
Mykorrhiza-Pilze sind an Kohlenstoffprozessen im Boden beteiligt, diese Zusammenhänge sind jedoch komplex und ökosystemabhängig. Langfristige bioelektrische Messungen könnten irgendwann eine zusätzliche Beobachtungsebene für Veränderungen der biologischen Aktivität im Boden liefern. Ob sie zu praktischem Carbon-Monitoring beitragen können, muss erst gezeigt werden.
Erst messen. Dann validieren, bevor angewendet wird.
Grundlagenforschung
Studien berichten von strukturierter elektrischer Aktivität und spike-artigen Mustern in Pilzen. Was diese Muster biologisch bedeuten, ist offen — OpenMycoNet will reale Datensätze beisteuern, die bei der Klärung helfen können.
Muster sind messbar. Bedeutung muss erst gezeigt werden.
Was wir noch nicht wissen
Vielleicht sind die wertvollsten Beobachtungen die, nach denen wir aktuell gar nicht suchen. Verteilte Langzeitmessungen könnten wiederkehrende Muster, Umweltzusammenhänge oder unerwartete Phänomene offenbaren, die bestehende Hypothesen nicht vorhersagen. Das ist ein zentraler Grund für OpenMycoNet: nicht Hypothesen um jeden Preis zu bestätigen, sondern Beobachtungen zu machen, die sie infrage stellen können.
Die interessanteste Antwort ist vielleicht eine, die wir nicht erwartet haben.
Unter unseren Füßen gibt es Signale. Wir haben gerade erst begonnen, sie zu verstehen. Jeder BioComm-Knoten, der in Betrieb geht, ergänzt einen wachsenden gemeinsamen Datensatz um eine weitere Beobachtung — und eine weitere Gelegenheit zu testen, was diese Signale zeigen können und was nicht.
Mykorrhiza-Pilze verbinden sich mit einem großen Teil der Landpflanzenarten. Pilze erzeugen außerdem messbare elektrische Aktivität, deren biologische Bedeutung noch untersucht wird. OpenMycoNet bringt viele einzelne Beobachtungen zusammen, damit sich wiederkehrende Muster über Standorte, Substrate und Umweltbedingungen hinweg vergleichen lassen.
Globale Datenbasis
Eine Messung in Maintal, eine in Osaka und eine in São Paulo sind für sich genommen lokale Beobachtungen. Zusammen können standardisierte Messungen einen Datensatz mit einer geografischen und ökologischen Breite ergeben, die ein einzelner Forschungsstandort kaum erreichen könnte.
Echte Messungen, offene Fragen
Elektrische Aktivität in Pilzen ist wissenschaftlich dokumentiert (Adamatzky et al., 2022). Was bestimmte Muster unter natürlichen Bedingungen bedeuten, ist eine andere Frage. Mehr zur Bioelektrizität →
KI für Musteranalyse
Mit wachsendem Datensatz können Rechenmodelle trainiert werden, um wiederkehrende Strukturen und Zusammenhänge zu erkennen. KI entscheidet nicht, was ein Signal „bedeutet" — Kandidatenmuster müssen gegen dokumentierte Bedingungen geprüft und validiert werden, bevor stärkere Schlüsse gezogen werden. BioComm Software entdecken →
Offene Daten
Messdaten sollen unter Creative Commons CC BY 4.0 für unabhängige Analyse und weitere Forschung bereitgestellt werden. Offene Daten, unabhängig überprüfbare Schlussfolgerungen.
Geringer Aufwand
Ist ein Knoten fachgerecht installiert und dokumentiert, übernimmt BioComm die laufende Messung und Datenübertragung weitgehend im Hintergrund. Einfache Bedienung — standardisierte Messung.
Citizen Science
Die Teilnahme kann für die Forschung etwas Besonderes liefern: viele Messungen unter den unterschiedlichsten Bedingungen – und das, ohne dass wissenschaftliche Fachkenntnis vorausgesetzt wird. Mehr zur Citizen-Science-Methodik →
Die veröffentlichten Ergebnisse und offenen Datensätze des Netzwerks stehen allen offen — einen Knoten zu betreiben ist keine Voraussetzung dafür. Wenn du selbst Messdaten beisteuern möchtest, kannst du dich bewerben, um einen der verfügbaren BioComm-Knoten zu betreiben.
Zugang zu einem BioComm-Knoten erhalten
Nach erfolgreicher Bewerbung: BioComm-Messgerät als Leihgerät, Pfand ca. 100 € (finale Kosten folgen), Rückgabe jederzeit möglich.
Pfand ca. 100 €
BioComm starten
Die BioComm-Software kostenlos herunterladen — keine Installation nötig. BioComm-Software ansehen →
Kostenlos
Installieren und dokumentieren
Die Elektroden gemäß Knoten-Protokoll im dokumentierten Messsubstrat installieren und Standort- sowie Messbedingungen festhalten. BioComm-Hardware ansehen →
Messen & beitragen
BioComm erfasst die Messungen und bereitet die Daten gemäß den Datenschutz- und Datenstandards des Projekts für die Übertragung vor. Deine Messungen werden Teil des gemeinsamen OpenMycoNet-Datensatzes.
OpenMycoNet trennt Messdaten, persönliche Angaben und wissenschaftliche Interpretation klar voneinander. Persönliche Daten und genaue Betreiberstandorte werden nicht veröffentlicht. Für die Forschung vorgesehene Messdaten werden zusammen mit den notwendigen, nicht personenbezogenen Kontextinformationen offen bereitgestellt.
Dein Knoten
Erfasst elektrische Aktivität und Umweltbedingungen.
BioComm
Bereitet die Messwerte nach einem festgelegten technischen Ablauf auf.
OpenMycoNet
Führt Messungen verschiedener Standorte und Bedingungen zusammen.
Open Data
Zur Veröffentlichung vorgesehene Messdaten und Kontextinformationen stehen unter CC BY 4.0 offen zur Verfügung.
Analyse
Wir suchen nach wiederkehrenden Mustern und Zusammenhängen und prüfen sie gegen die dokumentierten Bedingungen.
Zurück ins Netzwerk
Belastbare Erkenntnisse helfen, künftige Messungen, Fragestellungen und Analysen gezielter weiterzuentwickeln.
Ein Muster ist noch keine Erklärung. Deshalb zeigen wir transparent, was gemessen wurde, was eine Analyse nahelegt und was sich daraus tatsächlich schließen lässt.
Wie BioComm mit Daten umgeht →Gemeinsam
Zwei Wege der direkten Zusammenarbeit
Unternehmen und Organisationen, die OpenMycoNet unterstützen und mit uns zusammenarbeiten.
Unternehmen und Organisationen können OpenMycoNet auf zwei Arten unterstützen: Kooperationspartner (Hyphists) bringen zum Beispiel Fachwissen, Infrastruktur, Forschungszugang oder technische Fähigkeiten ein. Förderer (Sporists) unterstützen das Projekt finanziell. Beides kann sich ergänzen und beeinflusst weder Forschungsergebnisse noch deren Interpretation.
Unterstützung
Das Projekt unterstützen
OpenMycoNet ist ein Citizen-Science-Projekt, das derzeit ohne institutionelle Forschungsförderung entwickelt wird. Serverbetrieb, Hardware-Entwicklung und laufende Projektarbeit werden durch freiwillige Beiträge und Kooperationen getragen. Unterstützung hilft, das Projekt möglich zu machen — sie bestimmt nicht, welche Ergebnisse erwartet, akzeptiert oder veröffentlicht werden.
Du kannst auch ohne Registrierung spenden. Wenn du Teil des Netzwerks werden und über das Projekt informiert bleiben möchtest, kannst du dich zusätzlich kostenlos registrieren.
Jeder Beitrag hilft, die Messungen und den gemeinsamen Datensatz zu erweitern.
Registrierung
Teil des Netzwerks werden
Registriere dich — du erhältst projektrelevante Neuigkeiten per Mail. Eine Registrierung ist nicht mit finanzieller Unterstützung verbunden.
Bewerbung
Bewerbung: Eigener BioComm-Knoten
📍 Aktuell suchen wir Knotenbetreiber in Deutschland. In einem zweiten Schritt weiten wir das Netzwerk auf DACH aus, langfristig weltweit. Bewerbungen aus anderen Regionen nehmen wir bereits entgegen — wir melden uns sobald deine Region dran ist.
⚠️ Die Hardware ist begrenzt. Bei hoher Nachfrage führen wir eine Warteliste und benachrichtigen dich per Mail sobald ein Gerät verfügbar ist.
Mindestanforderungen
- PC oder Smartphone zur Ersteinrichtung der Bridge (einmalig WLAN-Zugangsdaten eingeben)
- WLAN-Verfügbarkeit in der Nähe des geplanten Bridge-Standorts
- Zugang zu geeignetem Substrat: Garten, Wald, Kompost, Blumentopf mit Pilzerde o.ä.
- Möglichkeit zur dauerhaften, wettergeschützten Aufstellung
- Bereitschaft zur Messung über mindestens 3 Monate (danach monatlich kündbar)
- Nur ein Knoten pro Betreiber (Ausnahmen nach Rücksprache)
- Grundlegende Handhabung von Hardware — kein Löten, keine Programmierkenntnisse nötig
- Fachlicher oder wissenschaftlicher Bezug von Vorteil (z. B. Biologie, Forstwissenschaft, Umweltwissenschaften) — aber keine Voraussetzung — mehr dazu →
- Absolvieren der kurzen BioComm-Knotenbetreiber-Einführung/-Schulung
- Bereitschaft, Standort- und Messbedingungen gemäß Projektprotokoll zu dokumentieren
- Zuverlässiger Betrieb und grundlegende Wartung des Knotens während des vereinbarten Messzeitraums
- Meldung relevanter Veränderungen, Störungen oder technischer Probleme
✓ Du erhältst regelmäßiges Feedback zu deinen Messdaten und wirst über alle Neuigkeiten informiert.
Das Projekt
Bürgerwissenschaft von unten
OpenMycoNet wurde von Robert Jank, einem unabhängigen Erfinder aus Maintal bei Frankfurt, initiiert — mit dem Ziel, bioelektrische Aktivität in Pilz- und Mykorrhiza-Systemen unter realen Bedingungen zu untersuchen.
Die dafür genutzte BioComm-Technologie umfasst geschützte technische Entwicklungen. OpenMycoNet nutzt diese Technologie für seine Forschungs- und Citizen-Science-Arbeit, während Schutzrechte und Forschungsdaten strikt getrennt bleiben. Prinzip: Proprietary Intelligence, Open Data. Die Technik kann geschützt sein — an der Offenheit der Daten ändert das nichts.
Die an OpenMycoNet beteiligten Personen und Organisationen können auch technische oder wirtschaftliche Interessen im Zusammenhang mit Anwendungen der Technologie haben. Solche Interessen ändern nichts am Maßstab, der an die Forschung angelegt wird: Messungen, negative Ergebnisse und widersprechende Evidenz müssen nach denselben Kriterien behandelt werden. Interessen können bestehen. Sie entscheiden nicht, was die Daten zeigen dürfen.
bioelektrische Messkanäle
programmierbare Stimulationsausgabe