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Warum Feldforschung

Laborstudien — darunter elektrophysiologische Arbeiten von Andrew Adamatzky — schaffen kontrollierte Bedingungen, um grundlegende Mechanismen untersuchen zu können. OpenMycoNet ergänzt diesen Ansatz um eine andere Frage: Wie zeigt sich elektrische Aktivität in Pilz- und Mykorrhiza-Systemen unter realen, wechselnden Umweltbedingungen?

Lehmann und Rillig (2025) weisen auf Lücken bei Feldstudien und Daten auf Ökosystemebene zu Common Mycorrhizal Networks hin. Hier setzt OpenMycoNet an: nicht als Ersatz für Laborforschung, sondern als Ergänzung durch langfristige, verteilte Messungen unter natürlichen Bedingungen.

Ein verteiltes Netzwerk langfristig betriebener Sensorknoten kann kontinuierliche Messreihen aus vielen realen Umgebungen zusammentragen. Genau diese räumliche und zeitliche Vielfalt ist der Beitrag von OpenMycoNet.

Unabhängige Forschung von unten — nicht gegen das Labor, sondern als Ergänzung dazu.

Wer trägt was bei

OpenMycoNet trennt die Rolle im Netzwerk vom Betrieb eines BioComm-Knotens. Registrierung, Kooperation und Förderung beschreiben, wie jemand mit dem Projekt verbunden ist. Wer selbst Messdaten erhebt, braucht zusätzlich die Knotenbetreiber-Qualifikation.

Rollen im Netzwerk

Mycelist-Symbol: Wurzelgeflecht mit jungem Trieb

Mycelist (Community-Mitglied)

Mit der Registrierung wirst du Teil der OpenMycoNet-Community.

Hyphist-Symbol: zwei verbundene Hyphen-Fäden

Hyphist (Kooperationspartner)

Wer mit OpenMycoNet fachlich, wissenschaftlich, technisch oder strukturell kooperiert, kann zusätzlich Hyphist werden.

Sporist-Symbol: ausbreitende Sporen von einem Fruchtkörper

Sporist (Förderer)

Wer OpenMycoNet fördert, kann zusätzlich Sporist werden. Hyphist und Sporist schließen einander nicht aus.

Knotenbetrieb — eine zusätzliche Qualifikation

Mycelists, Hyphists und Sporists können zusätzlich Knotenbetreiber werden, wenn sie die dafür festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören Einführung, sorgfältige Dokumentation der Messbedingungen und ein verlässlicher Betrieb über die erforderliche Messdauer.

Kooperation oder Förderung verschaffen keinen automatischen Zugang zur primären Datenerhebung. Für den Knotenbetrieb gelten dieselben Anforderungen unabhängig von der Rolle im Netzwerk.

Wissenschaftliche Sorgfalt

Unser Grundprinzip lautet: erst messen, dann bewerten. Konkret bedeutet das:

  • Wir machen keine Wirkungsaussagen, bevor belastbare und wiederholt erhobene Daten vorliegen.
  • Wir arbeiten ergebnisoffen. Unerwartete, uneindeutige oder negative Ergebnisse gehören zum Erkenntnisprozess und werden nicht passend gemacht.
  • Über neue technische Entwicklungen berichten wir öffentlich, sobald Schutz- und Prüfstatus dies zulassen.
  • Knotenbetreiber dokumentieren die Messbedingungen systematisch, damit Messdaten später nachvollziehbar und einordenbar bleiben.

Diese Sorgfalt macht Ergebnisse nachvollziehbar und schafft die Grundlage dafür, sie mit unabhängigen Fachleuten zu prüfen und zu diskutieren.

Unabhängigkeit und wissenschaftliche Prüfung

OpenMycoNet entwickelt die technische Plattform und eine erste Datenbasis zunächst unabhängig. So können wir Schutzrechte sichern, Kooperationen gezielt aufbauen und den Daten folgen, auch wenn Ergebnisse nicht unseren Erwartungen entsprechen. Förderung kann diese Unabhängigkeit unterstützen, ohne Einfluss auf Ergebnisse oder Interpretation zu geben.

Unabhängigkeit ersetzt keine wissenschaftliche Qualitätskontrolle. Deshalb suchen wir den Austausch mit unabhängigen Fachwissenschaftlern, die Methoden, Daten und Schlussfolgerungen kritisch prüfen können.

Gemeinsam forschen

Du arbeitest zu Mykorrhiza, Pilzelektrophysiologie, Bodenökologie, Forstwissenschaften oder einem angrenzenden Forschungsgebiet? OpenMycoNet entwickelt ein verteiltes Messnetz, mit dem elektrische Aktivität und Umweltbedingungen an unterschiedlichen Standorten über längere Zeiträume vergleichbar erfasst werden sollen.

Wir suchen wissenschaftliche und fachliche Partner, die eigene Forschungsfragen, Methoden, Feldzugänge oder Erfahrung in die gemeinsame Arbeit einbringen möchten. Besonders interessant sind Kooperationen, die helfen, Messverfahren zu validieren, Datensätze fachlich einzuordnen und zu prüfen, welche reproduzierbaren Muster sich unter unterschiedlichen Bedingungen tatsächlich zeigen.

Du siehst einen Anknüpfungspunkt? Dann stell uns deine Idee über das Kooperationsformular vor. Eine Kooperation muss nicht mit einem fertigen Forschungsprojekt beginnen – manchmal reicht eine gute Frage, eine besondere Untersuchungsumgebung oder eine Methode, die sich gemeinsam erproben lässt.