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Was wäre, wenn wir zwischen zwei Bodenproben sehen könnten, was im Boden passiert?
ℹ️ Hinweis: Die Bilder in diesen Beiträgen sind KI-generiert.
← Alle NewsWas wäre wenn – ein Gedankenexperiment – Folge 3
17.09.2026 · de
Die beschriebenen Anwendungen sind nicht nachgewiesen. Diese Reihe fragt, was möglich werden könnte, falls zukünftige Messdaten reproduzierbare Zusammenhänge zeigen.
Was wäre, wenn wir zwischen zwei Bodenproben sehen könnten, was im Boden passiert?
Pflanzen nehmen CO₂ aus der Atmosphäre auf und bauen den darin enthaltenen Kohlenstoff in ihre Biomasse ein. Ein Teil davon gelangt über die Wurzeln in den Boden. Auch Mykorrhizapilze sind an diesem Kohlenstofffluss beteiligt.
Was danach mit dem Kohlenstoff geschieht, ist kompliziert. Ein Teil wird wieder umgesetzt und gelangt zurück in die Atmosphäre. Ein anderer Teil kann länger im Boden verbleiben.
Aber was passiert dazwischen?
Bodenproben können uns zeigen, wie viel organischer Kohlenstoff sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Boden befindet. Das ist wichtig. Aber eine Probe bleibt zunächst eine Momentaufnahme.
Angenommen, wir nehmen heute eine Probe und einige Monate oder Jahre später die nächste. Dazwischen sind Pflanzen gewachsen, Pilze haben ihre Hyphen ausgebreitet, Mikroorganismen haben organisches Material umgesetzt, Trockenperioden und Regen haben den Boden verändert.
Das alles ist passiert. Nur haben wir nicht ständig zugesehen.
Was wäre, wenn bioelektrische Messungen einen Teil dieser Lücke füllen könnten?
Nicht indem wir aus einem elektrischen Signal direkt ablesen, wie viel Kohlenstoff gerade im Boden gespeichert wird. Das können wir nicht.
Wenn bestimmte Veränderungen der elektrischen Aktivität eines Myzel- oder Mykorrhizanetzes immer wieder gemeinsam mit messbaren Veränderungen im Kohlenstoffkreislauf auftreten, könnten darin Muster erkennbar werden.
Dazu müssten die elektrischen Messungen mit anderen Daten zusammengeführt werden: Bodenfeuchte, Temperatur, CO₂, Bodenchemie und tatsächliche Messungen des organischen Bodenkohlenstoffs.
Erst dann können wir prüfen, ob ein Zusammenhang besteht. Und ebenso wichtig: ob er sich wiederholt.
Vielleicht finden wir einen. Vielleicht auch nicht. Beides wäre ein Ergebnis.
Dafür braucht es viele Messungen über längere Zeit und an unterschiedlichen Standorten. Genau solche Daten wollen wir mit OpenMycoNet sammeln.
Bodenkohlenstoff spielt inzwischen auch bei der Klimabilanzierung und bei CO₂-Zertifikaten eine Rolle. Wer eine zusätzliche Kohlenstoffspeicherung im Boden geltend machen will, muss sie messen und nachweisen. Dabei wird seit Jahren darüber diskutiert, wie zuverlässig Veränderungen erfasst werden können und wie dauerhaft der Kohlenstoff tatsächlich im Boden verbleibt.
BioComm würde eine solche Kohlenstoffmessung nicht ersetzen.
Aber vielleicht könnten die Messdaten zeigen, was zwischen zwei Bodenproben im lebenden System passiert.
Vielleicht bestätigen solche Daten irgendwann eine der heutigen Annahmen. Vielleicht zeigen sie aber auch, dass wir an der falschen Stelle gesucht haben.
Wir sind nicht angetreten, um eine davon zu beweisen.
Wir wollen messen, was tatsächlich passiert.
Und wenn sich dabei Zusammenhänge zeigen, die sich wiederholen?