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Was wäre, wenn ein Myzelnetz Veränderungen seiner Umwelt elektrisch widerspiegelt?
ℹ️ Hinweis: Die Bilder in diesen Beiträgen sind KI-generiert.
← Alle NewsWas wäre wenn – ein Gedankenexperiment – Folge 2
11.09.2026 · de
Die beschriebenen Anwendungen sind nicht nachgewiesen. Diese Reihe fragt, was möglich werden könnte, falls zukünftige Messdaten reproduzierbare Zusammenhänge zeigen.
Ein Boden verändert sich ständig. Temperatur und Feuchtigkeit schwanken, Nährstoffe werden umgesetzt, der pH-Wert kann sich verändern. Dazu kommen Einflüsse von außen – vom Wetter bis zu Stoffen, die eigentlich nicht dorthin gehören.
Vieles davon können wir heute mit Sensoren messen. Aber jeder Sensor misst zunächst nur das, wofür er gebaut wurde.
Was aber, wenn ein biologisches Netzwerk auf mehrere dieser Veränderungen reagiert?
Pilze zeigen elektrische Aktivität. Wenn sich ihre unmittelbare Umgebung verändert, könnte sich möglicherweise auch etwas in dieser Aktivität verändern. Interessant wäre dabei nicht ein einzelner Ausschlag in einer Messkurve. Interessant würde es erst, wenn unter vergleichbaren Bedingungen immer wieder ähnliche Veränderungen auftreten.
Angenommen, bestimmte Veränderungen im Boden hinterlassen reproduzierbare Spuren in den Messdaten. Andere Temperatur, mehr oder weniger Feuchtigkeit, veränderte Bodenchemie – vielleicht irgendwann auch Belastungen durch bestimmte Stoffe.
Dann hätten wir keinen neuen Temperatur-, Feuchte- oder Schadstoffsensor gebaut. Wir würden etwas anderes beobachten: die Reaktion eines lebenden Systems auf seine Umwelt.
Das könnte für ein Umweltmonitoring interessant werden. Ein technischer Sensor sagt uns beispielsweise, dass sich ein bestimmter Messwert verändert hat. Ein biologisches Netzwerk könnte vielleicht zusätzlich zeigen, dass diese Veränderung für das lebende System tatsächlich eine Rolle spielt.
Ob sich solche Reaktionen eindeutig voneinander unterscheiden lassen, wissen wir nicht. Und erst recht wissen wir nicht, ob daraus irgendwann verlässliche Aussagen über bestimmte Umweltveränderungen möglich werden.
Genau dafür braucht es Daten. Viele Daten.
OpenMycoNet soll Messungen der elektrischen Aktivität mit den gleichzeitig erfassten Umweltbedingungen zusammenbringen. Über längere Zeit, an unterschiedlichen Standorten und mit unterschiedlichen Pilzarten. Erst dann lässt sich prüfen, ob vermeintliche Zusammenhänge wiederkehren – oder eben nicht.
Aber falls sie wiederkehren? Was wäre, wenn wir Veränderungen unserer Umwelt nicht nur technisch messen, sondern zusätzlich beobachten könnten, wie ein lebendes Netzwerk darauf reagiert?